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Unruhige Beine am Abend verstehen und behandeln

Abends im Bett ist Ruhe, und die Beine wollen trotzdem nicht ruhig sein.

Schlaf12 Min. Lesezeit

Ein unangenehmes Gefühl breitet sich in den Waden aus, hinzu kommt ein Drang, die Beine zu bewegen. Gehen und Strecken bringt kurzfristige Erleichterung, danach kommt das Gefühl zurück. Wenn Sie das kennen, steckt möglicherweise das Restless-Legs-Syndrom dahinter.

Die Beschwerden treten vor allem am Abend und in der Nacht auf, also dann, wenn der Körper zur Ruhe kommen soll. Der Schlaf leidet darunter, und tagsüber fällt das Konzentrieren schwer.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kennzeichen sind ein Bewegungsdrang und ein unangenehmes Gefühl in den Beinen, die abends und nachts in Ruhe auftreten und sich durch Bewegung bessern.
  • Etwa 3 bis 10 Prozent der Menschen in Europa und Nordamerika leiden daran. Bei etwa 1,3 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind die Beschwerden so stark, dass sie den Alltag einschränken.
  • Die Diagnose stellt die Ärztin oder der Arzt anhand von fünf Kriterien. Blutwerte für Eisen, Nieren und Schilddrüse gehören zur Untersuchung.
  • Eisen im Gehirn spielt eine Rolle, auch wenn das Blutbild unauffällig aussieht. Weitere Auslöser sind Schwangerschaft, Nierenerkrankungen und manche Medikamente.
  • Bewegung am Tag, Wärme oder Kälte an den Beinen und ein dunkles, ruhiges Schlafzimmer gehören zu den Maßnahmen, die Betroffene ausprobieren können.

Was das Restless-Legs-Syndrom ausmacht

Das Restless-Legs-Syndrom ist eine neurologische Störung. Sie löst einen Bewegungsdrang in den Beinen aus und erzeugt dabei unangenehme Empfindungen. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen nennt als typische Empfindungen Ziehen, Kribbeln, Jucken, Schmerzen, Pochen und ein Hitzegefühl. Viele beschreiben außerdem Unruhe, Druck oder Spannung tief in den Waden.

Selten sind auch die Oberschenkel, die Arme oder die Brust betroffen. Typischerweise beginnen die Beschwerden in Ruhe. Durch Bewegung verbessern sie sich kurzfristig und kehren beim Hinsetzen oder Hinlegen wieder zurück.

Im Schlaf zucken bei vielen Menschen mit Restless-Legs-Syndrom die Beine ungewollt, seltener auch die Arme. Diese Bewegungen heißen periodische Beinbewegungen im Schlaf, in der Fachsprache PLMS. Sie treten meist alle 15 bis 40 Sekunden auf und können die ganze Nacht andauern. Die meisten Menschen mit periodischen Beinbewegungen haben kein Restless-Legs-Syndrom. Umgekehrt haben die meisten Menschen mit Restless-Legs-Syndrom auch periodische Beinbewegungen. Wer davon betroffen ist, ist tagsüber möglicherweise erschöpft, gereizt und unkonzentriert. Das kann die psychische Gesundheit beeinträchtigen, bis hin zu einer Depression.

Wie häufig und bei wem

Schätzungen zufolge haben etwa 3 bis 10 Prozent der Menschen in Europa und Nordamerika ein Restless-Legs-Syndrom. Bei etwa 1,3 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland sind die Beschwerden so ausgeprägt, dass sie den Alltag beeinträchtigen. Frauen sind etwa doppelt so oft betroffen wie Männer. Mit dem Alter wird das Syndrom häufiger, bei Kindern kommt es seltener vor.

Wie der Verlauf aussieht

Die Beschwerden sind anfangs leicht und werden häufig über die Jahre stärker. Zu Beginn treten sie ausschließlich abends und nachts in Ruhe auf, mit der Zeit können sie auch tagsüber auftreten, wenn man die Beine ausruht. Steht eine andere Erkrankung hinter den unruhigen Beinen, verschwinden die Symptome, wenn diese behandelt wird. Auch bei Schwangeren mit Restless-Legs-Syndrom gehen die Beschwerden nach der Geburt meist von selbst weg. Ohne geklärte Ursache heilt das Syndrom in der Regel nicht von allein aus.

Wie die Diagnose gestellt wird

Die ersten Untersuchungen sind meist in der hausärztlichen Praxis möglich. Von dort kann man an eine Facharztpraxis für Neurologie oder Schlafmedizin überwiesen werden. Die Diagnose wird anhand der typischen Beschwerden gestellt. Dafür müssen fünf Merkmale vorliegen:

  • Es besteht ein Drang, die Beine zu bewegen, meist begleitet oder ausgelöst durch unangenehme Empfindungen oder ein Unruhegefühl.
  • Der Bewegungsdrang und die Empfindungen beginnen oder verstärken sich während der Ruhe, etwa im Liegen oder Sitzen.
  • Der Bewegungsdrang und die Empfindungen bessern sich durch Bewegung wie Laufen, Gehen oder Strecken, zumindest solange die Bewegung anhält.
  • Der Bewegungsdrang und die Empfindungen treten nur am Abend oder in der Nacht auf oder verschlimmern sich dann.
  • Eine andere medizinische Diagnose oder ein Verhaltenszustand erklärt die Merkmale nicht, etwa Muskelschmerzen, eine Stauung in den Venen, Gelenkentzündungen oder Beinkrämpfe.

Einen eigenen Test für das Restless-Legs-Syndrom gibt es laut dem US-Forschungsinstitut NINDS nicht. Stattdessen prüft eine Ärztin oder ein Arzt Beschwerden, Krankengeschichte, Medikamente und Familiengeschichte und untersucht den Körper.

Was im Labor und im Schlaflabor untersucht wird

Zusätzlich zum Gespräch wird Blut abgenommen, um die Eisen-, Nieren- und Schilddrüsenwerte zu bestimmen. Für den Eisenhaushalt sind zwei Werte wichtig. Der Ferritinwert zeigt an, wie viel Eisen der Körper gespeichert hat. Die Transferrin-Sättigung gibt an, wie viel Prozent des Transporteiweißes Transferrin mit Eisen beladen ist. Beide können auf einen Mangel hinweisen.

Weitere Untersuchungen im Schlaflabor können folgen, wenn die Diagnose unklar ist. Eine Polysomnographie ist dafür nicht zwingend nötig. Sie stützt die Diagnose, wenn sie vermehrte periodische Beinbewegungen im Schlaf zeigt. Sie sollte durchgeführt werden, wenn schlafbezogene Atmungsstörungen ausgeschlossen werden sollen.

Zusätzlich kann ein L-Dopa-Test gemacht werden. Dabei wird einmalig das Medikament Levodopa eingenommen. Nehmen die Beschwerden rasch ab, spricht das für ein Restless-Legs-Syndrom. Bei Bedarf kann Levodopa auch kurzzeitig gegen die Beschwerden eingenommen werden. Für eine Dauerbehandlung eignet es sich nicht.

Eisenmangel und andere Ursachen

Die Ursachen des Restless-Legs-Syndroms sind nicht vollständig geklärt. Vermutlich spielen mehrere Faktoren zusammen, vor allem eine genetische Veranlagung und Veränderungen im Nervensystem. Häufig ist der Eisenstoffwechsel im zentralen Nervensystem gestört. Dadurch steht im Gehirn zu wenig Eisen zur Verfügung, obwohl im Blut oft kein Eisenmangel feststellbar ist. Eine weitere bekannte Ursache ist ein unausgewogener Dopamin-Haushalt. Dopamin überträgt Nervenreize und ist für Bewegungen wichtig.

Der Eisenwert und die Schwelle für eine Behandlung

Der Ferritinwert entscheidet mit darüber, ob eine Eisenbehandlung eingeleitet wird. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen nennt eine Schwelle von 75 Mikrogramm Ferritin pro Liter. Liegt der Wert darunter, verschreibt die Ärztin oder der Arzt zunächst Eisentabletten, eingenommen über zwölf Wochen. Häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit und Verstopfung, weshalb viele abbrechen.

Wer die Tabletten nicht verträgt, stärkere Beschwerden hat oder eine Transferrin-Sättigung von unter 20 Prozent im Blut aufweist, kann Eisen als Infusion erhalten. Dafür geht man über zwölf Wochen einmal pro Woche in die Praxis. Übelkeit und Verstopfung zählen auch hier zu den häufigen Nebenwirkungen.

Wie stark Eisen hilft, lässt sich noch nicht sicher beurteilen. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen berichtet, dass die Studien klein waren, nur wenige Wochen bis Monate dauerten und meistens Infusionen untersuchten. Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin verweist auf eine Cochrane-Übersichtsarbeit, die zehn Studien auswertete. Sie fand eine niedrige bis mäßige Überlegenheit der Eisenbehandlung gegenüber einer wirkungslosen Vergleichsbehandlung, mit einer statistisch gesicherten Verbesserung des Schweregrads bei mäßiger Evidenz, auch wenn die Ferritinwerte zu Studienbeginn normal waren. Sieben der zehn Studien untersuchten Infusionen.

Andere Auslöser

Das Syndrom tritt auch im Zusammenhang mit anderen Umständen auf:

  • Das Syndrom kann in der Schwangerschaft auftreten, meist im letzten Schwangerschaftsdrittel.
  • Das Syndrom kann während der Einnahme bestimmter Medikamente auftreten, etwa mancher Betablocker oder Antidepressiva.
  • Das Syndrom kann bei anderen Krankheiten vorkommen, etwa bei chronischer Nierenschwäche, Migräne, Parkinson, Multipler Sklerose oder Reizdarmsyndrom.

Die Leitlinie nennt für Medikamente ein genaueres Bild. Neuroleptika wirken gegen den Botenstoff Dopamin und verstärken ein bestehendes Syndrom oder lösen es aus. Antidepressiva können es auslösen oder verstärken, das größte Risiko besteht bei Mirtazapin. Bei Kaffee, Alkohol und Nikotin halten die Fachleute fest, dass größere Studien zur Verschlechterung oder Linderung fehlen.

Bei Menschen, die zur Dialyse gehen, gelten niedrige Eisenspiegel als Risikofaktor für das Syndrom. Bei Dialysepatienten zeigte sich eine Linderung der Beschwerden, wenn sie während der Dialyse mit einem Bettfahrrad fuhren.

Was im Alltag hilft

Es lohnt sich, die Schlafumgebung und den Tageslauf zu prüfen. Der nationale Gesundheitsdienst Großbritanniens rät zu Bewegung am Tag, zu festen Zeiten für Zubettgehen und Aufstehen, zu einem dunklen, ruhigen Schlafzimmer und dazu, abends ein warmes Bad oder ein Heizkissen an den Beinen zu verwenden. Wenn die Beschwerden auftreten, rät der NHS, die Beine zu bewegen, zu dehnen oder zu massieren.

Außerdem rät der NHS, nach dem Mittag auf Koffein zu verzichten, mindestens zwei Stunden vor dem Zubettgehen keinen Alkohol zu trinken und spät am Abend weder groß zu essen noch anstrengend zu trainieren.

Für die Schlafhygiene beim Restless-Legs-Syndrom gibt es bislang keinen Wirksamkeitsnachweis. Die Leitlinie hält sie trotzdem für sinnvoll, weil sie zu allen Schlafstörungen gehört. Die Fachleute raten zu einem kühlen, abgedunkelten Schlafraum, zu festen Bettliegezeiten und zum Verzicht auf elektronische Geräte eine Stunde vor dem Zubettgehen.

Regelmäßiges leichtes Ausdauertraining und Krafttraining der Beine hat sich als symptomlindernd erwiesen. Anstrengende Aktivität kurz vor dem Zubettgehen kann die Beschwerden verstärken. Die Leitlinie vermutet zudem, dass mehr Training am Nachmittag oder Abend eher zu mehr Beschwerden nachts führt.

Betroffene berichten von weiteren Maßnahmen:

  • Viele Betroffene massieren oder bürsten ihre Beine, duschen sie ab oder wenden warme Fußbäder und Wickel an.
  • Viele Betroffene dehnen die Beine, machen Gymnastik oder Entspannungsübungen.
  • Viele Betroffene achten auf eine eisenreiche Ernährung, etwa rotes Fleisch oder bestimmte Hülsenfrüchte.

Behandlung ohne Medikamente

Neben Medikamenten lassen sich Verfahren ohne Wirkstoffe probieren. Wie gut sie helfen, lässt sich laut IQWiG noch nicht gut beurteilen: Es gibt nur wenige, kleine Studien, die im Schnitt fünf Wochen dauerten. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen nennt:

  • Wärme- oder Kältetherapie: Wärme soll die Muskeln entspannen und die Durchblutung fördern.
  • Bewegungstrainings: Krafttraining und Iyengar-Yoga, eine Yogarichtung mit speziellen Körperhaltungen und Atemtechniken.
  • Niedrigfrequenz-Elektrostimulation: Aufgeklebte Elektroden übertragen schwache elektrische Impulse auf die Beine.
  • Spinale Gleichstrom-Stimulation: Elektroden in Höhe der Brustwirbel übertragen auf dem Rücken einen schwachen Strom.
  • Nahinfrarotlicht-Therapie: Bestimmte Punkte an Beinen und Füßen werden mit einer Infrarot-Lampe bestrahlt und dadurch erwärmt.
  • Pneumatische Kompression: Manschetten an den Beinen üben kurzzeitig Druck aus.
  • Akupunktur: Feine Nadeln werden an speziellen Punkten in die Haut gestochen.
  • Counterstrain-Manipulation: Bei dieser osteopathischen Technik wird Druck auf bestimmte Schmerzpunkte ausgeübt.

Schwache Hinweise auf eine kurzfristige Hilfe gibt es für die meisten dieser Verfahren bei Bewegungsdrang und Kribbeln. Für Ein- und Durchschlafstörungen nennt das Institut die spinale Gleichstrom-Stimulation, bei Erschöpfung und Depressivität Iyengar-Yoga. Vitamin D und Baldrian haben keinen nachgewiesenen Nutzen.

Für die spinale Gleichstrom-Stimulation, für Bewegungstraining wie Yoga oder das Bettfahrrad während der Dialyse und für die Infrarotlicht-Therapie sieht die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin Evidenz. Akupunktur, pneumatische Kompression und Phytotherapie kann sie wegen der fehlenden Datenlage nicht empfehlen.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen meist größtenteils die Kosten für Krafttrainings, Wärme- oder Kältetherapien sowie Elektrotherapien. Die übrigen Behandlungen bezahlt man in der Regel selbst.

Wann zum Arzt

Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn die Beschwerden Ihren Schlaf stören, Ihre psychische Gesundheit beeinträchtigen oder die Maßnahmen aus eigener Kraft nicht geholfen haben. Der nationale Gesundheitsdienst Großbritanniens nennt genau diese drei Punkte als Gründe für einen Arztbesuch. Ob Medikamente infrage kommen, entscheidet der Leidensdruck.

Die Leitlinie nennt als entscheidendes Kriterium für Medikamente die Beeinträchtigung der Lebens- und Schlafqualität. Sie empfiehlt außerdem, mit der dauerhaften Einnahme so spät wie möglich zu beginnen und die Dosis so niedrig wie möglich zu halten.

Welche Medikamente zur Verfügung stehen

Eisen als Tabletten oder Infusionen bildet die erste Stufe. Bleibt die Besserung aus oder sind die Eisenwerte im Blut unauffällig, kommen Medikamente hinzu, die die Wirkung von Dopamin im Gehirn nachahmen. Sie lindern die Beschwerden, verursachen aber auch Übelkeit und Schwindel. Selten lösen sie in höherer Dosis impulsives und zwanghaftes Verhalten aus.

Daneben kommen Wirkstoffe zum Einsatz, die die Reizübertragung aus den Beinen beeinflussen. Sie heißen Gabapentinoide und sind für das Restless-Legs-Syndrom nicht zugelassen. Werden sie dafür verwendet, spricht man von einer Anwendung außerhalb der Zulassung. Häufige Nebenwirkungen sind Sehstörungen, Schwindel und unsicheres Gehen.

Starke Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide kommen erst zum Einsatz, wenn andere Mittel nicht helfen oder die Beschwerden plötzlich stärker werden. Zu den häufigen Nebenwirkungen zählen starkes Schwitzen, Juckreiz, Müdigkeit und Benommenheit. Eine schwere, aber seltene Nebenwirkung ist eine stark verlangsamte Atmung.

Das Phänomen der Augmentation

Unter der Behandlung mit Medikamenten, die den Botenstoff Dopamin nachahmen, können die Beschwerden stärker werden. Dann treten sie früher am Abend auf, breiten sich auf weitere Körperteile aus oder nehmen an Stärke zu. Fachleute nennen dieses Phänomen Augmentation. Um sie zu vermeiden, soll die Dosis laut Leitlinie so niedrig wie möglich sein. Auch unter Levodopa kommt es häufig dazu, deshalb eignet es sich nicht für die Dauerbehandlung.

Häufig gestellte Fragen

Woran erkenne ich ein Restless-Legs-Syndrom?

Der Drang, die Beine zu bewegen, tritt in Ruhe auf, wird abends stärker und lässt nach, sobald Sie sich bewegen. Fehlt eines dieser Merkmale, spricht das gegen ein Restless-Legs-Syndrom. Manchmal liegt eine andere Ursache vor, etwa eine Nervenschädigung oder Wadenkrämpfe.

Hilft Eisen gegen die Beschwerden?

Studien deuten darauf hin, dass Eisen die Beschwerden lindern kann, auch bei normalen Ferritinwerten. Entscheidend ist der Ferritinwert, also die Eisenvorräte des Körpers. Liegt er unter 75 Mikrogramm pro Liter, kommen zuerst Tabletten infrage. Bei einer Transferrin-Sättigung von unter 20 Prozent kann Eisen auch als Infusion gegeben werden.

Hilft Bewegung, und wann sollte ich sie einplanen?

Leichtes Ausdauertraining und Krafttraining der Beine hat sich als symptomlindernd erwiesen. Vermeiden Sie anstrengende Einheiten kurz vor dem Zubettgehen, denn mehr Training am Nachmittag oder Abend führt laut Leitlinie eher zu mehr Beschwerden nachts.

Kann ich mit Hausmitteln und Selbsthilfe weit kommen?

Manche Betroffene berichten, dass ihnen warme Fußbäder, Massagen und Dehnen guttun. Wenn die Beschwerden den Schlaf oder den Alltag einschränken, sollten Sie ärztlichen Rat suchen.

Verschlimmern Kaffee und Alkohol die Beschwerden?

Belegt ist das nicht. Der Leitlinie zufolge fehlen größere Studien, die zeigen, ob Kaffee, Alkohol und Nikotin die Beschwerden verschlimmern oder lindern. Der NHS rät trotzdem, auf Koffein nach dem Mittag zu verzichten und Alkohol mindestens zwei Stunden vor dem Zubettgehen zu meiden.

Quellen

  1. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Restless-Legs-Syndrom. gesundheitsinformation.de.
  2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Behandlungen bei einem Restless-Legs-Syndrom. gesundheitsinformation.de.
  3. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Restless-Legs-Syndrom (unruhige Beine): Lassen sich durch nicht medikamentöse Verfahren die Symptome lindern? HTA kompakt, Projekt HT21-04. iqwig.de.
  4. Heidbreder A, Trenkwalder C et al., Restless Legs Syndrom, S2k-Leitlinie; Deutsche Gesellschaft für Neurologie und Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) (Hrsg.). Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. AWMF-Registernr. 030-081.
  5. NHS. Restless legs syndrome. nhs.uk.
  6. National Institute of Neurological Disorders and Stroke (NINDS). Restless Legs Syndrome. ninds.nih.gov.