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Reizdarm erkennen, behandeln und besser leben

Bauchschmerzen, Durchfall und Verstopfung prägen Ihren Alltag, und Sie wissen nicht, woran es liegt.

Gesundheit12 Min. Lesezeit

Ein Reizdarmsyndrom ist die häufigste Erklärung für solche Beschwerden. Am Darm selbst findet die Medizin dabei keinen Schaden, und trotzdem verändert sich die Verdauung. Die Diagnose steht deshalb am Ende einer sorgfältigen Suche nach anderen Ursachen. Für die Behandlung gibt es keinen Weg, der allen Betroffenen hilft.

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) schätzt, dass etwa 10 bis 20 von 100 Menschen ein Reizdarmsyndrom haben. Frauen sind ungefähr doppelt so häufig betroffen wie Männer. Meistens tritt das Reizdarmsyndrom im Alter zwischen 20 und 30 Jahren zum ersten Mal auf. Die meisten Menschen mit dieser Störung haben leichte Beschwerden und kommen ohne Behandlung gut zurecht. Manche leiden so stark, dass Mahlzeiten und Verabredungen daran hängen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Etwa 10 bis 20 von 100 Menschen haben ein Reizdarmsyndrom. Frauen sind ungefähr doppelt so häufig betroffen wie Männer.
  • Die Diagnose ist eine Ausschlussdiagnose. Blut im Stuhl, deutlicher Gewichtsverlust, Fieber und Blässe gehören immer ärztlich abgeklärt.
  • Fachleute unterscheiden vier Untertypen: Durchfall, Verstopfung, Mischtyp und ein nicht zuordenbares Muster.
  • Löslicher Ballaststoff hilft bei Verstopfung, eine FODMAP-reduzierte Kost bei Blähungen und Schmerzen.
  • Eine Behandlung, die alle Beschwerden sicher lindert, gibt es nicht.

Was ein Reizdarmsyndrom ist

Der Name beschreibt das Muster. Der Darm reagiert empfindlich auf Reize und Belastungen. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen nennt für die Störung auch die Bezeichnungen nervöser Darm und Reizkolon. Die Leitliniengruppe spricht von einer Störung der Darm-Hirn-Achse. Sie meint, dass Verdauung und Kopf miteinander zusammenhängen.

Die Ursachen sind nicht geklärt. Die Leitliniengruppe der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie nennt überempfindliche Darmnerven, Störungen der Darmmuskulatur, Veränderungen der Darmflora und Entzündungen der Darmwand als mögliche Beteiligte. Das IQWiG beschreibt zusätzlich eine erbliche Veranlagung und die Erfahrung einer Darminfektion mit Fieber und heftigem Durchfall.

Typische Beschwerden und die vier Untertypen

Im Mittelpunkt stehen Bauchschmerzen und ein veränderter Stuhlgang. Hinzu kommen Blähungen, Völlegefühl, Krämpfe, ein Druckgefühl im Bauch und Schleim im Stuhl. Viele Betroffene spüren außerdem Müdigkeit, Rückenschmerzen und Beschwerden beim Wasserlassen. Diese Begleitbeschwerden treten häufig auf und stützen die Einschätzung der Ärztin oder des Arztes.

Wie sich der Stuhl verändert, entscheidet über die Einteilung. Maßgeblich sind der Anteil der Tage mit weichem oder flüssigem Stuhl und der Anteil der Tage mit hartem Stuhl. Erfasst werden beide Werte über ein Stuhltagebuch aus zwei Wochen und mit einer Stuhlformskala, die für Verstopfung und Durchfall unterschiedliche Stufen kennt.

  • Durchfalltyp: Mehr als 25 Prozent der Stuhltage haben dünnflüssigen Stuhl, und weniger als 25 Prozent haben harten Stuhl.
  • Verstopfungstyp: Mehr als 25 Prozent der Stuhltage haben harten Stuhl, und weniger als 25 Prozent haben dünnflüssigen Stuhl.
  • Mischtyp: Mehr als 25 Prozent der Tage zeigen dünnflüssigen Stuhl, und zugleich zeigen mehr als 25 Prozent der Tage harten Stuhl.
  • Unklassifizierter Typ: Weniger als 25 Prozent der Tage haben dünnflüssigen Stuhl, und weniger als 25 Prozent haben harten Stuhl.

Die Einteilung bleibt nicht für immer bestehen. Für die Behandlung ist die Zuordnung trotzdem hilfreich, weil die vorherrschende Beschwerde darüber entscheidet, was eingesetzt wird.

Die Diagnose: Ausschlussverfahren und Warnzeichen

Für das Gespräch in der Praxis zählt eine gute Beschreibung. Erzählen Sie, wo der Schmerz sitzt, wann er auftritt und ob er nach dem Stuhlgang besser wird. Halten Sie mehrere Tage lang fest, was Sie gegessen haben, wie der Stuhl beschaffen war und welche Beschwerden auftraten.

Für die Diagnose gelten zwei Bedingungen. Sie verlangen Bauchschmerzen oder Bauchbeschwerden, die nach dem Stuhlgang besser werden oder mit veränderter Stuhlfrequenz und veränderter Stuhlkonsistenz einhergehen. Dazu kommen mindestens zwei von vier Begleitsymptomen: ein veränderter Stuhlgang mit Pressen, Stuhldrang oder unvollständiger Entleerung, Blähungen, Beschwerden, die durch Essen schlimmer werden, sowie Schleim im Stuhl.

Die NICE-Leitlinie nennt Beschwerden, die seit mindestens sechs Monaten bestehen, als Anlass, eine Abklärung wegen eines Reizdarmsyndroms zu veranlassen. Das IQWiG nennt als Kennzeichen eine Dauer von länger als drei Monaten.

Was untersucht wird

Wer die Kriterien erfüllt, lässt Blut abnehmen und den Stuhl untersuchen. Der Bluttest umfasst ein vollständiges Blutbild, die Blutsenkung oder die Plasmaviskosität, das C-reaktive Protein und Antikörper gegen Zöliakie. Die Leitliniengruppe ergänzt eine Untersuchung des Stuhls auf Entzündungsmarker und eine körperliche Untersuchung.

Eine Darmspiegelung gehört nicht zum Programm für jeden. Die NICE-Leitlinie verzichtet bei erfüllten Kriterien ausdrücklich auf Ultraschall, Darmspiegelung, eine Kontrastuntersuchung des Dickdarms, eine Schilddrüsenuntersuchung und den Test auf Blut im Stuhl. Diese Verfahren lohnen sich bei Warnzeichen oder wenn die Beschwerden erst seit Kurzem bestehen.

Warnzeichen

Manche Beschwerden passen nicht zu einem Reizdarm. Das IQWiG nennt deutlichen Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, Fieber und Blässe als Zeichen, die Sie ärztlich abklären lassen sollten. Als mögliche andere Ursachen führt das Institut eine entzündliche Darmerkrankung wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn, eine Divertikulitis, eine Unverträglichkeit gegen Milchzucker und eine Zöliakie auf.

Darmkrebs kann ähnliche Beschwerden machen, kommt bei Menschen unter 50 jedoch selten vor. Blut im Stuhl sollte grundsätzlich ärztlich untersucht werden. Die Leitliniengruppe berichtet, dass bei Beschwerden, die kürzer als 12 Monate bestehen, das Risiko für Darmkrebs 2,5-fach erhöht ist. Bei Beschwerden seit höchstens 3 Monaten ist das Risiko 8,4-fach erhöht. Sie empfiehlt deshalb, bei neu aufgetretenen Symptomen auch bösartige Ursachen aktiv auszuschließen.

Plötzliche starke Bauchschmerzen, Fieber oder Blut im Stuhl verlangen eine schnelle ärztliche Beurteilung. Bei einem Notfall rufen Sie 112.

Ernährung: Auslöser, Ballaststoffe, FODMAP

Die Ernährung ist der Bereich, in dem Sie selbst am meisten ausprobieren können. Das IQWiG empfiehlt ein Ernährungstagebuch. Dort notieren Sie über einige Wochen, was Sie gegessen haben, welche Beschwerden aufgetreten sind und welche anderen Faktoren hinzukamen. Menschen mit Reizdarm reagieren sehr unterschiedlich auf dieselbe Kost.

Für den Alltag nennt die NICE-Leitlinie eine Reihe einfacher Empfehlungen:

  • Sie sollten regelmäßig essen und sich Zeit dafür nehmen.
  • Sie sollten keine Mahlzeiten überspringen und keine langen Pausen zwischen den Mahlzeiten lassen.
  • Sie sollten mindestens 8 Becher Flüssigkeit am Tag trinken, am besten Wasser oder andere Getränke ohne Koffein, etwa Kräutertees.
  • Sie sollten Tee und Kaffee auf 3 Becher pro Tag begrenzen.
  • Sie sollten Alkohol und Softgetränke reduzieren.
  • Sie sollten frisches Obst auf 3 Portionen am Tag begrenzen. Eine Portion entspricht etwa 80 g.
  • Bei Blähungen können Haferflocken und Leinsamen helfen. Für die Leinsamen nennt die NICE-Leitlinie bis zu 1 Esslöffel pro Tag.

Ob mehr Ballaststoffe helfen, entscheidet die Form. Löslicher Ballaststoff, etwa Flohsamen, bindet Wasser im Darm und macht den Stuhl weicher. Unlösliche Ballaststoffe, etwa Kleie, binden kaum Wasser. Die Leitliniengruppe nennt lösliche Ballaststoffe wirksam und unlösliche wirkungslos. Bei überwiegender Verstopfung empfiehlt sie lösliche Ballaststoffe, eingestiegen mit niedriger Dosis und dann stufenweise gesteigert. Das IQWiG hält fest, dass zusätzliche Ballaststoffpräparate nicht nachgewiesen helfen.

Die FODMAP-reduzierte Kost

FODMAPs sind kurzkettige Kohlenhydrate, die im Dünndarm schlecht aufgenommen werden. Die Leitliniengruppe beschreibt, dass sie im Dickdarm rasch vergären. Dabei entstehen Bauchschmerzen, Blähungen und ein weicher, voluminöser Stuhl. Das IQWiG nennt als Bestandteile von FODMAPs unter anderem Fruchtzucker, Milchzucker, Stärke und Süßstoffe (Zuckeralkohole).

Eine FODMAP-reduzierte Kost läuft in drei Phasen ab. In der ersten Phase werden Lebensmittel mit hohem FODMAP-Anteil für 6 bis 8 Wochen vollständig gemieden. Danach kommen sie langsam zurück, damit Sie prüfen, welche davon Sie vertragen. Am Ende steht eine Ernährung, die alle verträglichen Anteile enthält.

Diese Diät gehört in fachkundige Hände. Die NICE-Leitlinie lässt sie ausschließlich von Fachpersonal mit Erfahrung in der Ernährungsberatung empfehlen. Die Leitliniengruppe ergänzt, eine Mangelernährung zu vermeiden und eine Eliminationsdiät zu beenden, wenn sie keine Besserung vermittelt.

Bewegung, Schlaf und Belastung

Die Leitlinie rät zu Sport und körperlicher Aktivität. In einer kontrollierten Studie mit 56 Betroffenen führte Bewegung von mäßigem Umfang, fünfmal pro Woche 30 Minuten in mäßiger Intensität, nach 12 Wochen zu einer deutlichen Besserung der Verstopfung. Eine weitere Studie mit 102 Betroffenen untersuchte 3 bis 5 Tage pro Woche mit 20 bis 60 Minuten Bewegung. Dort verbesserten sich die Gesamtbeschwerden.

Ein geregelter Tagesablauf gehört für die Leitliniengruppe zur gesunden Lebensführung. Dazu gehören Nichtrauchen, wenig Alkohol, bewusstes Essen, genug Schlaf und Stressabbau. Psychische Belastung und Stress zählen zu den möglichen Auslösern. Ob sie Ursache oder Folge sind, lässt sich nicht trennen.

Weitere Behandlung: Medikamente und Psychotherapie

Die Auswahl eines Medikaments richtet sich nach der vorherrschenden Beschwerde. Das IQWiG fasst die Forschungslage kurz zusammen. Insgesamt gibt es wenige gute Studien, und bei etwa 10 bis 30 Prozent der Teilnehmenden zeigen die untersuchten Maßnahmen eine zumindest kurzfristige Linderung. Welche Mittel am besten wirken, lässt sich daraus nicht ableiten.

  • Krampflösende Mittel: Das IQWiG nennt für vier Wirkstoffe Hinweise auf eine Wirkung. In Deutschland steht davon nur Butylscopolamin zur Verfügung. Etwa 5 von 100 Personen berichteten über Nebenwirkungen wie trockenen Mund, Schwindel und verschwommene Sicht.
  • Pfefferminzöl: Das Öl soll die Darmmuskulatur entspannen. Das IQWiG berichtet, dass manche Menschen zumindest kurzfristig davon profitieren, wenn sie es in magensaftresistenten Kapseln einnehmen. Bei 9 von 100 Teilnehmenden lösten die Kapseln leichte Nebenwirkungen aus.
  • Mittel gegen Durchfall: Die NICE-Leitlinie nennt Loperamid als erste Wahl.
  • Mittel gegen Verstopfung: Von Lactulose rät die NICE-Leitlinie ab. Bei Linaclotid verlangt sie mindestens 12 Monate Verstopfung und gescheiterte Abführmittel aus verschiedenen Klassen.
  • Probiotika: Das IQWiG berichtet, dass Probiotika in einigen Studien die Beschwerden bei manchen Teilnehmenden besserten. Die NICE-Leitlinie rät, ein Präparat mindestens 4 Wochen lang zu testen. Leichte Nebenwirkungen wie Blähungen treten nur selten auf.

Antibiotika und Antidepressiva bleiben Ausnahmefälle. Bei Durchfall und Blähungen ist Rifaximin das am besten untersuchte Antibiotikum. In Deutschland ist dieser Wirkstoff für das Reizdarmsyndrom nicht zugelassen, eine Verordnung erfolgt dann im Off-Label-Gebrauch. Die Leitliniengruppe empfiehlt einen zurückhaltenden Einsatz. Antidepressiva kommen zum Einsatz, wenn andere Verfahren nicht geholfen haben. Bei Reizdarm wirken sie über den Schmerz. Das IQWiG nennt für Antidepressiva Nebenwirkungen bei 15 von 100 Personen, etwa Appetitlosigkeit und Übelkeit.

Psychotherapie

Das IQWiG berichtet, dass bei Reizdarm psychologische Verfahren helfen können. Das Institut nennt die kognitive Verhaltenstherapie, die Hypnotherapie und die Kombination aus Entspannung und Stressbewältigung. Die Leitliniengruppe empfiehlt psychotherapeutische Verfahren ausdrücklich, wenn die Beschwerden die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen, wenn sie trotz Behandlung über Monate bestehen bleiben oder wenn eine psychische Erkrankung dazukommt. Eine Entspannungstherapie allein empfiehlt sie nicht.

Die NICE-Leitlinie stellt eine Überweisung in psychologische Verfahren für Menschen mit Reizdarm in Aussicht, die nach 12 Monaten nicht auf Medikamente angesprochen haben. In Deutschland trägt die gesetzliche Krankenkasse die kognitive Verhaltenstherapie und die psychodynamische Therapie. Die Kasse zahlt zunächst bis zu 4 Probesitzungen. Eine Sitzung dauert meist etwa eine Stunde und findet üblicherweise einmal pro Woche statt.

Was Sie sich sparen können

  • Das IQWiG hält fest, dass Studien die Unwirksamkeit der Homöopathie belegen.
  • Die NICE-Leitlinie rät, Akupunktur und Reflexzonenmassage für dieses Beschwerdebild nicht zu fördern.
  • Das IQWiG hält fest, dass Darmspülungen beim Reizdarmsyndrom kaum wissenschaftlich untersucht sind und ihr Nutzen deshalb unklar ist.

Mit Reizdarm leben

Der Verlauf ist meist chronisch. Phasen mit wenigen Beschwerden wechseln sich mit Phasen stärkerer Beschwerden ab. Bei einem Teil der Betroffenen bildet sich das Beschwerdebild wieder zurück, häufig bleibt es bestehen. Das IQWiG schreibt, dass die meisten Menschen einen Weg finden, mit der Störung zu leben.

Der Alltag verlangt konkrete Vorbereitungen. Manche Betroffenen spüren ganz plötzlich so starken Stuhldrang, dass sie schnell eine Toilette brauchen. Damit lassen sich Mahlzeiten und Verabredungen kaum spontan planen. Das IQWiG nennt einzelne Erleichterungen: eigenes Essen mitbringen, sich frühzeitig nach Toiletten erkundigen und im Kino den Gangplatz wählen. Für viele Menschen gehören außerdem Selbsthilfegruppen zu einer sinnvollen Unterstützung.

Schamgefühle sind häufig, weil Betroffene oft zur Toilette müssen oder Blähungen haben. Das IQWiG berichtet außerdem, dass ihre Beschwerden von Außenstehenden sowie von manchen Ärztinnen und Ärzten nicht immer ernst genommen werden.

Häufig gestellte Fragen

Woran erkenne ich, ob ich einen Reizdarm habe?

Zwei Dinge müssen zusammenpassen. Sie brauchen Bauchschmerzen, die mit dem Stuhlgang zusammenhängen. Dazu kommen mindestens zwei von vier Begleitsymptomen: veränderter Stuhlgang mit Pressen, Drang oder unvollständiger Entleerung, Blähungen, Beschwerden durch Essen und Schleim im Stuhl. Fachleute sprechen von Reizdarm, wenn diese Beschwerden länger als drei Monate anhalten und andere Ursachen ausgeschlossen sind.

Gehen die Beschwerden von allein weg?

Das Reizdarmsyndrom verläuft meist chronisch und oft schubweise. Ein Teil der Betroffenen erlebt eine Rückbildung, viele Menschen haben dauerhaft damit zu tun. Eine Heilung gibt es mit den verfügbaren Behandlungen nicht. Die Beschwerden lassen sich meist lindern, und viele Menschen finden heraus, was ihrem Darm guttut.

Welche Ernährung bringt mir am meisten?

Eine Empfehlung für alle gibt es nicht. Die Leitliniengruppe sagt das ausdrücklich. Am besten bewährt sich ein zweistufiger Weg. Sie führen ein Ernährungstagebuch und testen einzelne Lebensmittel. Danach arbeiten Sie mit einer Fachkraft eine FODMAP-reduzierte Kost aus, die 6 bis 8 Wochen lang auf FODMAP-reiche Lebensmittel verzichtet. Bei Verstopfung ist löslicher Ballaststoff die erste Wahl.

Was bezahlt die Krankenkasse?

Für eine kognitive Verhaltenstherapie zahlt die gesetzliche Krankenkasse. Sie übernimmt zunächst bis zu 4 Probesitzungen. Danach beantragen Sie die Therapie und legen einen ärztlichen Bericht vor. Eine Ernährungsberatung kann die Kasse bezuschussen, wenn sie der Vorbeugung dient und ein qualifizierter Anbieter sie durchführt. Die Ernährungstherapie ist keine Kassenleistung. Über eine Beteiligung entscheidet die Krankenkasse nach einem Antrag.

Wann sollte ich sofort ärztliche Hilfe holen?

Wenn Sie starke Bauchschmerzen bekommen, Fieber haben, Blut im Stuhl bemerken oder eine Verschlechterung akut einsetzt, brauchen Sie eine schnelle ärztliche Beurteilung. Bei einem Notfall rufen Sie 112. Blut im Stuhl sollten Sie unabhängig davon ärztlich untersuchen lassen.

Quellen

  1. Layer P, Andresen V, Pehl C et al. Update S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie. Gemeinsame Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM), AWMF-Registriernummer 021/016. Volltext der Leitlinie
  2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Reizdarmsyndrom. gesundheitsinformation.de
  3. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Was hilft bei Reizdarm – und was nicht? gesundheitsinformation.de
  4. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Kognitive Verhaltenstherapie. gesundheitsinformation.de
  5. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Ernährungsberatung und Ernährungstherapie. gesundheitsinformation.de
  6. National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Irritable bowel syndrome in adults: diagnosis and management. Clinical guideline CG61, Recommendations. NICE CG61, Recommendations
  7. National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Irritable bowel syndrome in adults: diagnosis and management. Clinical guideline CG61, Overview. NICE CG61, Overview